Schlafen und Ruhen in Kindergarten, Krippe und Altersmischung |
Das Schlafen und Ausruhen sind ein fundamentales Grundbedürfnis der Kinder, das in unserer Einrichtung einen hohen Stellenwert hat. Im Schlaf verarbeiten die Kinder ihre Erlebnisse und Eindrücke des Tages; ihr Gehirn sortiert Informationen und stellt wichtige Verknüpfungen her. Es ist faszinierend zu wissen, dass Kinder auch im Schlaf lernen. Der Mittagsschlaf schützt sie vor Überreizung und trägt entscheidend zu ihrer Ausgeglichenheit und Fröhlichkeit bei. In unserer Einrichtung erkennen wir an, dass jedes Kind seine eigenen, familientypischen Gewohnheiten und Rituale im Umgang mit Schlaf und Ruhe hat. Da jedoch viele Kinder in einem gemeinsamen Raum schlafen, gestalten wir die Schlafsituation so, dass sie den Bedürfnissen aller Kinder im Schlafraum gerecht wird. Wenn ein Kind müde ist, hat es die Möglichkeit, sich auszuruhen und zu schlafen, ohne dass wir es wecken oder wachhalten. Es ist uns bewusst, dass die Schlafqualität in der Einrichtung nicht immer die gleiche ist wie zu Hause. Manchmal schläft ein Kind gut, während es an anderen Tagen vielleicht Schwierigkeiten hat, zur Ruhe zu kommen. Zudem verändert sich das Schlafvolumen der Kinder im Laufe der Zeit, was wir ebenfalls berücksichtigen. Durch diese bedürfnisorientierte Herangehensweise schaffen wir eine entspannte Atmosphäre, in der die Kinder die Freiheit haben, ihren eigenen Rhythmus zu finden. So unterstützen wir nicht nur ihre körperliche Erholung, sondern auch ihr emotionales Wohlbefinden, ihre Selbstwahrnehmung und die Fähigkeit, auf die eigenen Bedürfnisse zu hören.
Umgang mit dem Thema "Mittagsschlaf" |
In unserer Kita nehmen wir das Thema Mittagsschlaf sehr ernst, da wir wissen, wie wichtig Ruhe und Erholung für die Entwicklung der Kinder sind. Jedes Kind, das in die Krippe oder den Kindergarten eingewöhnt oder umgewöhnt wird, erhält ein eigenes Bett im Schlafraum. Wir bitten die Eltern, Bettwäsche, Kuscheltiere und Schnuller von zu Hause mitzubringen, um den Kindern ein vertrautes Gefühl zu geben. Während der Eingewöhnungs- und Umgewöhnungsphase führen wir die Kinder behutsam an die Schlafens- und Ruhezeiten der jeweiligen Gruppe heran. Die begleitenden Personen bauen in dieser Zeit eine vertrauensvolle Beziehung zu den Kindern auf und lernen deren individuelle Signale kennen. Wir respektieren den Wunsch der Kinder nach Ruhe oder Schlaf, unabhängig von ihrem Alter. Es ist uns wichtig, dass kein Kind gegen seinen Willen wachgehalten wird. Die Entscheidung darüber, ob und wie lange ein Kind schläft oder ruht, liegt in der Verantwortung des Kindes, unterstützt durch die Fachkraft. Dabei achten wir besonders auf die Körpersignale und Äußerungen der Kinder. Weder werden Kinder zum Schlafen gezwungen, noch halten wir sie wach, wenn sie müde sind. Um eine angenehme Schlafumgebung zu schaffen, wird der Schlafraum zum Einschlafen abgedunkelt. Der Rollladen wird so heruntergelassen, dass noch genügend Licht vorhanden ist, damit die Fachkraft die Kinder sehen und deren Gesten wahrnehmen kann. Die Kinder haben die Freiheit, sich zum Schlafen auszuziehen oder Schlafanzüge anzuziehen, ganz nach ihrem eigenen Wunsch. Jedes Kind hat sein eigenes Bett und wir nutzen verschiedene Rituale, um den Kindern beim Einschlafen zu helfen. Die Begleitenden im Schlafraum setzen sich zu den Kindern, die eine individuelle Betreuung benötigen, beispielsweise durch Handhalten beim Einschlafen. Sobald alle Kinder eingeschlafen sind, kann der Raum leicht erhellt werden, indem wir den Rollladen etwas anheben. Während der Ruhe- und Schlafphase wird das Zimmer von einer pädagogischen Kraft betreut, die als Schlafwache fungiert. Sollte ein Kind nach 20-30 Minuten nicht in den Schlaf finden, wird es zu den anderen Kindern in die Ruhezeit begleitet. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass Kinder, die eingeschlafen sind, nicht geweckt werden – sei es beim Mittagsschlaf oder während der Ruhezeit. Wir wissen, dass Kinder, die schlafen, diesen Schlaf dringend benötigen. Ab 13.30 Uhr ziehen wir die Rollläden des Schlafraumes hoch, um Licht in den Raum zu lassen. Die meisten Kinder wachen in einer oberflächlicheren Schlafphase von selbst auf. Kinder, die während der Ruhezeit einschlafen, wachen in der Regel ebenfalls von allein auf. 23 Um die Privatsphäre der schlafenden Kinder zu wahren, bitten wir die Eltern, die Schlafräume nicht zu betreten. Bei Fragen oder Anliegen stehen unsere Erzieherinnen jederzeit zur Verfügung. So schaffen wir eine respektvolle und unterstützende Umgebung, in der sich jedes Kind wohlfühlen und erholen kann.
Häufig auftretende Fragen |
Ich habe einen Termin mit unserem Kind um 13.00 Uhr. Können Sie es bitte früher wecken?
Hier lautet unsere Antwort klar: Nein! Wenn Ihr Kind noch einen Mittagsschlaf benötigt, legen Sie die Termine bitte so, dass Ihr Kind auch ausreichend Schlaf bekommt. Ob der Termin nun später am Tag ist oder ob Sie Ihr Kind an dem Tag früher abholen und es zuhause schläft, liegt natürlich bei Ihnen. Kinder aus Schlafphasen heraus zu reißen kann negative Folgen in der kindlichen Entwicklung haben und daher haben wir uns als Team dagegen entschieden. Außerdem möchten wir auch den anderen Kindern im Schlafraum gerne einen ruhigen und erholsamen Schlaf ermöglichen.
Kann mein Kind nach 20 Minuten Mittagsschlaf geweckt werden, damit es am Abend schneller einschläft?
Auch auf diese Frage lautet die Antwort: Nein! Besonders in Übergangsphasen wie z.B. Kind macht zu Hause keinen Mittagsschlaf mehr, oder den Wechseln vom Krippenkind zum Kindergartenkind, können sich Schwierigkeiten im Nachtschlaf ergeben. Wir nehmen das Thema ernst und Eltern können an dieser Stelle individuell auf die Fachkräfte zukommen, um Tipps für eine gesunde Schlafhygiene und Rituale für zu Hause zu erhalten. Meist handelt es sich um eine Übergangszeit, die sich in der Regel nach einiger Zeit wieder normalisiert.
Was passiert mit meinem Kind, wenn es nicht schlafen möchte?
Sowohl im Kindergarten als auch in der Krippe, werden den Kindern, außerhalb der Schlafräume, nach dem Mittagessen Ruhezeiten angeboten. Im Kindergarten erfolgt dies durch bspw. vorlesen, oder ruhigere Angebote. In der Krippe gehen alle Kinder, die nicht 24 mit in den Schlafraum gehen, mit einer Fachkraft in den Ruheraum zum Ausruhen. Nach einer adäquaten Ausruhzeit gehen die Kinder dann wieder ins Freispiel über. In der Krippe findet dies in einem Krippengruppenraum (Wachgruppe) statt. Im Kindergarten findet dies in dem jeweiligen Gruppenraum statt. Kinder, welche früher ihre Schlafenszeit beenden, werden in die jeweilige Wachgruppe/Gruppenraum begleitet.
Was passiert, wenn mein Kind bereits vor der eigentlichen Schlafens-/Ruhezeit müde ist?
Kinder, die signalisieren, dass sie bereits vor der Schlafenszeit müde sind, werden individuell zum Schlafen gelegt. Dies kann unterschiedlich stattfinden. So kann das Kind bspw. ins Bett in den Schlafraum gelegt werden, auf Schlafmöglichkeiten innerhalb des Gruppenraums, in einen Kinderwagen etc.