Abendgottesdienst an Gründonnerstag mit häuslicher Abendmahlsfeier
Wir feiern am Gründonnerstag den Tag der Einsetzung des Abendmahls. Dieser Abend stimmt uns auf die letzten Tage der Passionszeit ein und lässt zugleich etwas aufleuchten von der Hoffnung, die weiterreicht, als alle Todesstrukturen unserer Welt.
zur Vorbereitung:
Decken Sie den Tisch mit einer Tischdecke. Ein Kreuz gestaltet die Mitte, daneben zwei Kerzen. Blumen bringen die Festlichkeit zum Ausdruck.
Bereiten Sie ein Stück Brot vor. Bereiten Sie so viele kleine Stücke vor, wie Teilnehmende; Sie können auch ein großes Stück nehmen, welches erst in der Feier während der Austeilung gebrochen und ganz gegessen wird. Legen Sie das Brot auf einen schönen Teller. Decken Sie den Teller mit einem Tuch oder Serviette ab.
Bereiten Sie Wein oder Traubensaft vor. In dieser kleinen Feier sollte ein gemeinsamer Kelch verwendet werden. Wenn im Haushalt ein besonderer Kelch vorhanden ist, kann dieser Verwendung finden. Ein normales Weinglas oder ein schöner Becher kann es auch sein. Wenn Sie nicht aus einem Gefäß trinken wollen, können Sie während der Austeilung jedem in ein eigenes kleines Glas eingießen. Es sollte nicht mehr im Kelch eingefüllt sein, als Mitfeiernde trinken. Auch der Kelch wird mit einem Tuch oder Serviette abgedeckt.
Die Folge des Gottesdienstes richtet sich nach Ablauf der biblischen Erzählungen aus dem Markusevangelium.
Legen Sie, eine Bibel (und ein Gesangbuch) bereit.
Lesungen und Gebete können von unterschiedlichen Personen gelesen werden. Vor Beginn sollte abgesprochen werden, wer welche Teile spricht.
Beginn Immer wieder decken wir den Tisch, an dem man die Lichter entzündet der Hoffnung - Kerzen anzünden und das Buch aufschlägt mit der Botschaft des Lebens. - Bibel aufschlagen Immer wieder decken wir den Tisch, an dem man das Brot bricht und teilt und isst, - Brot aufdecken an dem man den Wein trinkt miteinander und eins wird mit ihm. - Wein/Traubensaft aufdecken Immer wieder decken wir den Tisch, an dem man erinnert, was damals geschah und das Kommende einübt schon heute und hier.
Jesus Christus hat mit vielen Menschen gegessen und getrunken. Er hat gesagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Er ist mitten unter uns.
So sind wir, verteilt in vielen Häusern,
an diesem Abend zusammengekommen im Namen Gottes des Vaters,
der mit seinem Volk Israel durch die Wüste zieht, im Namen seines Sohnes,
der bereit war, den Raum des Todes zu durchschreiten und im Namen des Heiligen Geistes,
der uns die Kraft gibt im Leben und im Sterben. Amen.
Wir singen das Lied: Korn, das in die Erde … EG 98,1 Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt, / Keim der aus dem Acker in den Morgen dringt -/ Liebe lebt auf, die längst erstorben schien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.
Wir beten. Gebet Herr Jesus Christus, Du bist zu uns gekommen. In unserem Zuhause bist Du unser Gastgeber. Deine Gäste sind wir heute Abend an deinem Tisch. Du bist bei uns, den Glaubenden und Zuversichtlichen, den Zweifelnden und Fragenden, den Fröhlichen und Zufriedenen, den Traurigen und Müden. Dafür danken wir Dir. Amen.
Das jüngste Kind am Tisch fragt: Warum ist der Tisch heute Abend so festlich gedeckt und warum stehen Brot und ein Kelch auf dem Tisch?
Der Älteste antwortet: Wir hören an diesem Abend, was damals in Jerusalem geschah und feiern das Abendmahl: Mit Brot und Wein verbinden wir die Erinnerung an das letzte Mahl Jesu mit seiner Jüngerschar. So sind wir untereinander und weltweit mit der Christenheit auf Erden verbunden, wie es von Anfang an geschehen ist: Sie teilten das Brot hier und dort in den Häusern. (Apg 2,46)
Lesung I. Exodus 12*
Mit Brot und Wein verbanden auch schon damals Jesus und seine Jüngerinnen und Jünger viele Gedanken, viele Erinnerungen. Wie die Menschen seit Jahrhunderten vor ihnen, kamen sie in Jerusalem zusammen, um das Passafest zu feiern – das Fest des Aufbruchs, das Fest der Befreiung, denn Gott hatte einst sein Volk aus der Sklaverei, aus Ägypten geführt.
Einst waren sie in Ägypten. Zu Sklaven und Sklavinnen hatte sie der Pharao gemacht, die Städte Pitom und Ramses zu errichten. Doch Gott sah das Leid nicht länger an. In der Wüste sprach er zu Mose: „Weil denn nun das Geschrei der Israeliten vor mich gekommen ist und ich dazu ihre Drangsal gesehen habe, wie die Ägypter sie bedrängen, so geh nun hin, ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten führst.“
Schließlich ging Mose los und mit ihm Aaron, der große Bruder. Plagen mussten erst kommen über Ägypten, bis der Pharao sie
ziehen ließ. Zehn an der Zahl und die zehnte war die schlimmste. Hört, was geschah:
Gott sprach zu Mose und Aaron: „In zehn Tagen – und künftig immer am 10. dieses Monats – soll jede Familie sich ein Lamm von einer Ziege oder einem Schaf nehmen. Wenn es für eine Familie allein zu viel ist, tut euch mich anderen zusammen. Am 14. Tag sollt ihr gemeinsam diese Tiere schlachten. Nehmt von dem Blut und bestreicht damit die Türpfosten. Bratet das Fleisch und esst es gemeinsam noch in derselben Nacht mit Kräutern und ungesäuertem Brot. Seid beim Essen zum Aufbruch bereit und esst schnell. Denn das ist kein gewöhnliches Essen, sondern ein Passamahl, das Mahl eures Verschontwerdens.
In derselben Nacht nämlich werden in Ägypten alle Erstgeborenen sterben, an euch aber wird das Sterben vorübergehen. Noch in dieser Nacht werdet ihr Ägypten verlassen. Vergesst diese besondere Nacht niemals! Behaltet den Tag in Erinnerung und feiert ihn jedes Jahr wieder als Fest für mich, ihr und alle eure Nachkommen. Nach dieser Nacht sollt ihr sieben Tage ungesäuertes Brot essen, denn ihr sollt immer daran denken, dass ihr in der Nacht der Befreiung keine Zeit hattet, um das Brot aufgehen zu lassen. – Ihr sollt euch daran erinnern, dass ich, Gott, eure Gottheit bin, weil ich euch aus Ägyptenland befreit habe.“ (Exodus 12*)
So zogen die Israeliten in Eile aus Ägypten aus, Frauen, Männer, Kinder, dazu viel fremdes Volk. Wie Vertriebene waren sie unterwegs. Doch der Herr wachte über sein Volk. Als die Ägypter ihnen nachjagten, ließ er die Israeliten weiterziehen, mitten durchs Meer, geteilt mit dem Stab des Mose. Sie entkamen ihren Verfolgern, denn Ross und Reiter stürzten ins Meer. Und Mirjam schlug auf die Pauke, tanzte und sang das Lied der Freiheit. Darum feiert in dieser Woche die jüdische Gemeinde das Pessachfest und erinnert mit besonderen Speisen an den Aufbruch aus der Sklaverei.
Lesung II. Markus 14,12-16
An dem letzten Abend, als Jesus seinen Jüngern Brot und Wein als Zeichen gab, da wollte auch er sie erinnern an all das, was das Brot für Menschen vor Gott bedeutet.
Brot - das ist auch das Brot der Befreiung und des Aufbruchs.
Brot - das ist auch das Brot, das das Ende der Sklaverei anzeigt.
Und so beauftragte er zwei seiner Jünger, den Abend vorzubereiten: Und am ersten Tage der Ungesäuerten Brote, da man das Passalamm opferte, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, dass wir hingehen und das Passalamm bereiten, damit du es essen kannst?
Und Jesus sandte zwei seiner Jünger und sprach zu ihnen: Geht hin in die Stadt, und es wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Krug mit Wasser; folgt ihm, und wo er hineingeht, da sprecht zu dem Hausherrn: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist die Herberge für mich, in der ich das Passalamm essen kann mit meinen Jüngern?
Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der schön ausgelegt und vorbereitet ist; und dort richtet für uns zu.
Und die Jünger gingen hin und kamen in die Stadt und fanden's, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passalamm.
Lesung III. Markus 14,17-25 Doch dieser Abend wurde ein ganz anderer Abend,
als es die Jünger und Jüngerinnen Jesu erwartet hatten. Er mündete ein in die Nacht, als Jesus kommen sah, was geschehen würde: verraten von einem Freund, gefangengenommen, verlassen von allen, verhört, gefoltert und gekreuzigt. Und am Abend kam er mit den Zwölfen. Und als sie bei Tisch waren und aßen, sprach Jesus:
Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch, der mit mir isst,
wird mich verraten. Da wurden sie traurig
und sagten zu ihm, einer nach dem andern:
Bin ich's? Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen,
der mit mir seinen Bissen in die Schüssel taucht. Der Menschensohn geht zwar hin, wie von ihm geschrieben steht;
weh aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre. Und als sie aßen, nahm er das Brot, dankte und brach's
und gab's ihnen und sprach: Nehmet; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den;
und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes,
das für viele vergossen wird.
Wahrlich, ich sage euch, dass ich nicht mehr trinken werde
vom Gewächs des Weinstocks bis an den Tag,
an dem ich aufs Neue davon trinke im Reich Gottes.
Wir wenden uns Brot und Kelch zu: Vor uns ein gedeckter Tisch, auf diesem Tisch - Brot und Kelch. Gaben, die Christus uns schenkt, gefüllt - mit seiner Zuwendung, gefüllt - mit seiner Zusage, gefüllt - mit seiner Nähe. Unsere Augen sehen nicht mehr als Brot und Wein. Die Augen des Glaubens aber entdecken ihn in Brot und Kelch. Wir trinken nicht nur den Saft des Weinstocks, wir essen nicht nur Brot. Wir nehmen ihn auf.
Wir beten. Gebet Gütiger Gott, Deine Geschöpfe dürsten nach Dir. Wenn Du Dich abwendest, verdorren sie. Wir danken Dir, dass Du unter uns wirkst und uns tränkst mit Deiner Güte. Wir brauchen die Gemeinschaft so nötig wie das Brot. Wir danken Dir, dass Du uns alles gibst. Amen.
Wir singen Lied Laudato Si … EG 515,7 Sei gepriesen, du selbst bist Mensch geworden! Sei gepriesen für Jesus, unsern Bruder! Sei gepriesen, wir tragen seinen Namen! Sei gepriesen, denn Du bist wunderbar, Herr! Laudato Si, o mi signore, laudato Si …
Heute am Gründonnerstag erinnern wir uns an den letzten Abend, den Jesus im Kreis seiner Freunde verbrachte. Jesus gab ihnen ein Beispiel, war ihnen Helfer und Freund. Er gebot ihnen noch einmal ausdrücklich und unüberhörbar, einander zu lieben und für diese Liebe zu leben.
Alle stehen auf.
Einsetzungsworte Brot dabei nimmt eine/r den Teller mit dem Brot und spricht: Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte, brach es und gab es den JüngerInnen und sprach: Nehmet hin und esset: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.
Einsetzungsworte Kelch dabei nimmt eine/r den Kelch in die Hand und spricht: Desgleichen nahm Jesus auch den Kelch nach dem Mahl, dankte, gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.
wir beten Gebet
Wir bitten dich, Gott: Erfülle uns mit deinem Geist. Segne diese Gaben, damit sie uns zum Leben und zum Heil dienen. Segne unsere Gemeinschaft, lass deine Liebe unter uns spürbar werden. Segne die große Gemeinschaft aller, die in dieser Stunde zusammengekommen sind, um Brot und Wein zu teilen. Sei bei allen, die in diesen Tagen den Tod und die Auferstehung deines Sohnes feiern.
Steh den Kranken und Sterbenden bei; sei bei denen, die sie pflegen. Sei bei denen, die sich in Krieg und Flucht nach Frieden sehnen. Mach uns bereit für das Kommen Deines Reiches und hilf uns, aufeinander acht zu haben und an deiner Verheißung festzuhalten.
Wir beten weiter, wie Jesus Christus es uns gelehrt hat: Vater unser im Himmel …
Jesus Christus schenkt uns Gemeinschaft in seinem Mahl.
Er spricht uns zu: Friede sei mit Dir.
Wir empfangen das Brot mit den Worten: Das Brot des Lebens – für Dich.
Wir empfangen den Wein/Traubensaft mit den Worten: Der Kelch des Heils – für Dich.
wir danken Gebet
Gütiger Gott, wir danken Dir für die Gemeinschaft mit Dir und untereinander. Wir danken Dir für alles, womit Du uns stärkst und unsere Hoffnung nährst. Amen.
wir singen Lied Laudato Si … EG 515,8 Sei gepriesen, er hat zu uns gesprochen! Sei gepriesen, er ist für uns gestorben! Sei gepriesen, er ist vom Tod erstanden! Sei gepriesen, denn du bist wunderbar, Herr! Laudato Si, o mi signore, laudato Si …
Lesung IV. Markus 14,26 Und als sie den Lobgesang gesungen hatten,
gingen sie hinaus an den Ölberg.
Alle setzen sich. Teller und Kelch werden abgedeckt.
Lesung V. Markus 14,27-31
Und Jesus sprach zu ihnen: Ihr werdet alle Ärgernis nehmen; denn es steht geschrieben (Sacharja 13,7): "Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen." Wenn ich aber auferstanden bin, will ich vor euch hingehen nach Galiläa.
Petrus aber sagte zu ihm: Wenn auch alle Ärgernis nehmen, so doch ich nicht! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Auch wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen! Das Gleiche sagten sie alle.
Lesung VI. Markus 32-42
Und sie kamen zu einem Garten mit Namen Gethsemane. Und er sprach zu seinen Jüngern: Setzt euch hierher, bis ich gebetet habe. Und er nahm mit sich Petrus und Jakobus und Johannes und fing an zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet!
Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf die Erde und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge, und sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst!
Und er kam und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Simon, schläfst du? Vermochtest du nicht eine Stunde zu wachen? Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.
Und er ging wieder hin und betete und sprach dieselben Worte und kam wieder und fand sie schlafend; denn ihre Augen waren voller Schlaf, und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.
Und er kam zum dritten Mal und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Es ist genug; die Stunde ist gekommen. Siehe, der Menschensohn wird überantwortet in die Hände der Sünder. Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe.
Lied Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet. (EG 789.2) oder: Seht hin, er ist allein im Garten … (EG 95,1)
Lesung VII. Markus 14,43-52
Und alsbald, während er noch redete, kam herzu Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine Schar mit Schwertern und mit Stangen, von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Ältesten.
Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen genannt und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's; den ergreift und führt ihn sicher ab. Und als er kam, trat er alsbald zu ihm und sprach: Rabbi!, und küsste ihn.
Die aber legten Hand an ihn und ergriffen ihn. Einer aber von denen, die dabeistanden, zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab.
Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Seid ihr ausgezogen wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen, mich gefangen zu nehmen?
Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen und habe gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen. Aber so muss die Schrift erfüllt werden. Da verließen ihn alle und flohen.
Und ein junger Mann folgte ihm nach, der war mit einem Leinengewand bekleidet auf der bloßen Haut; und sie griffen nach ihm.
Er aber ließ das Gewand fahren und floh nackt.
Lied Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet. (EG 789.2) oder: Seht hin, er ist allein im Garten … (EG 95,2)
Lesung VIII. Markus 14,53-65
Und sie führten Jesus zu dem Hohenpriester; und es versammelten sich alle Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten.
Petrus aber folgte ihm nach von ferne, bis hinein in den Palast des Hohenpriesters, und saß da bei den Knechten und wärmte sich am Feuer. Aber die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis gegen Jesus, auf dass sie ihn zu Tode brächten, und fanden nichts. Denn viele gaben falsches Zeugnis gegen ihn; aber ihr Zeugnis stimmte nicht überein. Und einige standen auf und gaben falsches Zeugnis gegen ihn und sprachen: Wir haben gehört, dass er gesagt hat: Ich will diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und bin drei Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Aber ihr Zeugnis stimmte auch darin nicht überein.
Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte und fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen? Er aber schwieg still und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?
Jesus aber sprach: Ich bin's; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels. Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Was bedürfen wir weiterer Zeugen? Ihr habt die Gotteslästerung gehört. Was meint ihr? Sie aber verurteilten ihn alle, dass er des Todes schuldig sei.
Da fingen einige an, ihn anzuspeien und sein Angesicht zu verdecken und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage uns! Und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht.
Lied Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet, wachet und betet. (EG 789.2) oder: Seht hin, er ist allein im Garten …
(EG 95,3)
Lesung IX. Markus 14,66-72
Und Petrus war unten im Hof. Da kam eine von den Mägden des Hohenpriesters; und als sie Petrus sah, wie er sich wärmte, schaute sie ihn an und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus von Nazareth. Er leugnete aber und sprach: Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähte. Und die Magd sah ihn und fing abermals an, denen zu sagen, die dabeistanden: Dieser ist einer von denen.
Und er leugnete abermals.
Und nach einer kleinen Weile sprachen die, die dabeistanden, abermals zu Petrus: Wahrhaftig, du bist einer von denen; denn du bist auch ein Galiläer.
Er aber fing an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr redet.
Und alsbald krähte der Hahn zum zweiten Mal. Da gedachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er fing an zu weinen.
Schlussgebet Herr Jesus Christus, Du hast Dich einem jeden von uns selbst gegeben in Brot und Wein. Du bist da. Wir danken Dir für Deine Nähe und für die Gemeinschaft, die wir erleben dürfen. Führe Du uns und alle, die uns anbefohlen sind, durch die Nacht. Amen.
Segen Gott, segne uns mit der Hoffnung, die uns weiter sehen lässt
als das Leid und die Not, die uns umgeben. Segne uns mit der Erinnerung, die uns lehrt, wie Du uns beistehst. Segne uns mit der Liebe, die alles versöhnen wird.
Amen.
Stille
